21.05.2010
Auch bei Holz auf Herkunft achten, um heimische Arbeitsplätze zu sichern!

Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen beim Förderverein „Qualitätsholz aus dem Chiemgau & BGL e. V.“ am 19. Mai 2010

Inzell-Adlgaß. Eine beeindruckende Bilanz mit zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten konnte Vorstand Peter Spannring in der Rückblende auf seine 4 Jahre als 1. Vorstand vorweisen. Die Palette der Vereinsauftritte reichte von Präsentationen wie der Gewerbeschau Inzell, beim Apfelmarkt in Traunstein bis zur Beteiligung an der Regionalmesse „Truna07“ und „Truna09“ in Traunstein.

Dass der Verein auch überregional Beachtung findet, zeigte Peter Spannring an vielfältigen Kontakten, z. B. mit TU München durch Zusammenarbeit beim Projekt „Klimawerkstatt“ oder mit dem Bayerischen Zimmererhandwerk. Auch die Teilnahme an Einladungen zeugen davon, z. B. bei mehreren Veranstaltungen vom „Holzcluster Salzburg“oder vom Cluster „Forst und Holz Bayern“. Am Holzbautag in München und beim Bundeskongress der Grünen zur „Entwicklung des ländlichen Raums“ in Berlin nahm ebenfalls eine Delegation des Vereins teil. Vom deutschen Verband für Landschaftspflege und vom deutschen Naturschutzbund wurde der Verein bereits zweimal als anerkannte Regionalinitiative geehrt.

Leider seien letztes Jahr trotz guter Konjunktur weniger Herkunftsnachweise ausgestellt worden, in denen vom Forst bzw. Waldbauern bis zum Endabnehmer eine lückenlose Verarbeitungskette des heimischen Holzes dokumentiert wird. Mit dem vereinseigenen Herkunftsnachweis will der Förderverein erreichen, dass möglichst viel regionales Holz auf kurzem Weg vermarktet und verarbeitet wird, für Arbeitsplätze in der Region und Klimaschutz. 2009 wurde dem Endkunden für 493 m³ die Verwendung heimischen Qualitätsholzes nachgewiesen. Peter Spannring bedauerte, dass nur wenige der Mitgliedsbetriebe Urkunden ausstellen, und damit auf die positive Wirkung in Bezug auf Kundenbindung verzichten: „Wenn ich zum Abschluss eines Auftrages in einer kleinen Feierstunde meinen Kunden die Qualitätsurkunde überreiche, ist das bisher immer gut angekommen!“ Er stellte aber fest, dass in den letzten Jahren auch weniger Kunden im Vorfeld eines Auftrages explizit darauf fixiert waren, dass ihr Auftrag in Qualitätsholz aus der Region ausgeführt wird. Die Thematik „Aus der Region für die Region“ scheine bei den Verbrauchern wieder mehr in Vergessenheit zu geraten, obwohl Wirtschaftskrisen die Verbraucher sensibilisieren müssten, wo ihre Waren herkommen, auch Baustoffe für Neu- und Umbauten.

In diesem Zusammenhang betonte Peter Spannring auch die Wichtigkeit der Lobbyarbeit: So habe der Verein versucht, beim Haus der Berge in Berchtesgaden die Verwendung heimischen Holzes anzuregen, leider aber ohne Erfolg! In der aufflammenden Diskussion übte besonders Beirat Franz Dieterich aus der Ramsau heftige Kritik an der Bayerischen Staatsregierung, weil  bei diesem Vorzeigeprojekt im Berchtesgadener Land jetzt ein kubischer „Glas und Betonklotz“ hingesetzt werde, mit ein paar „Alibibrettern“ außen dran, obwohl im ursprünglichen Konzept funktionelle und ästhetische Holzbauten mit heimischem Holz vorgesehen waren. 400 m³ heimisches Bauholz wäre sogar von den Staatsforsten kostenlos zur Verfügung gestellt worden. „Wir haben zudem im damaligen Ideeenwettbewerb mitgemacht, und zahlreiche Vorschläge ausgearbeitet und unterbreitet. Das ist auch alles sang- und klanglos untergegangen!“ ergänzte stellv. Vorstand Hans Schupfner.

Der anschließende Kassenbericht, vorgetragen durch Schatzmeisterin Hilma Hallweger, zeigte auf, dass die Kasse für künftige Vereinsaktivitäten gut gefüllt ist. Die Kassenprüfung durch Wolfgang Geistlinger ergab eine vorbildliche Kassenführung, und die Vorstandschaft wurde einstimmig entlastet.

Architekt Sylvester Dufter stellte sich als Wahlleiter für die anschließenden Neuwahlen zur Verfügung. Wiedergewählt wurden 1. Vorstand Peter Spannring aus Inzell, seine beiden Stellvertreter Anton Meier aus Inzell und Hans Schupfner aus Anning, sowie Willi Geistanger als Schriftführer und Hilma Hallweger als Schatzmeisterin. Keine Veränderungen gab es auch bei 4 Beisitzern: In ihren Ämtern bestätigt wurden Franz Dieterich, Ramsau; Joachim Bederke, Gerating; Franz Dufter, Inzell und Dr. Daniel Müller von der Forstbetriebs-GmbH Berchtesgaden. Neu hinzu kam Vinzenz Bachmann, Zimmerermeister aus Schleching-Mettenham. Als Kassenprüfer wurde Wolfgang Geistlinger aus Oberau-Berchtesgaden bestätigt und Hans-Peter Graf aus Piding neu hinzu gewählt. Alle Wahlergebnisse waren einstimmig, ein sichtbares Zeichen für Einigkeit unter den Mitgliedern.

Vorstand Peter Spannring stellte sodann die diesjährigen Vereinsaktivitäten vor, insbesondere das Holzbaufest des Vereins in Stephanskirchen-Hofau am Rande der Landesgartenschau Rosenheim. Die Gemeinde Stephanskirchen bietet unter dem Titel „Naturerlebnisraum Inn“ ein Ergänzungsprogramm von Regionalinitiativen im Zehentnerhof in der Hofau. „In diesem Rahmen werden wir am 24. Juli ein großes Holzbaufest veranstalten, zu dem die Vorbereitungen bereits auf vollen Touren laufen.“

Stellv. Vorstand Hans Schupfner berichtete dazu: „Wir arbeiten dabei mit den Zimmererinnungen Traunstein-Berchtesgadener Land und Rosenheim zusammen. Am 12 Juni werden wir -verbunden mit einem großen Pressetermin- in ein gut gedämmtes Holzblockhaus einen Eisblock einschließen, der dann 6 Wochen lang der Sommerhitze trotzen muss. Von den Besuchern können Wetten abgeschlossen werden, wie viel 6 Wochen später am 24. Juli beim Holzbaufest vom Eisblock noch vorhanden ist. Wir werden damit beweisen, wie gut ein Holzhausbesitzer auf steigende Heizenergiepreise eingestellt ist! Beim Holzbaufest bieten wir ein ganz besonderes Programm für Jung und Alt. Näheres dazu auf unserer Internetseite. Man kann unsere Veranstaltung auch mit einem Besuch der Landesgartenschau am gegenüberliegenden Innufer verknüpfen. Gleichzeitig haben wir noch bis zum September eine Dauerausstellung und eine Filmecke im Zehentnerstadel, wo wir den Besuchern zeigen, was unsere Mitgliedsbetriebe aus heimischem Qualitätsholz alles herstellen, vom Traumhaus bis zum Traumschlafzimmer!“

Verfasser:
Hans Schupfner, stellv. Vorstand
Waldbesitzertag TS Okt08 1
Labenbachhof West 2
LGS Burghausen 2
Zwiesel im Herbst