01.05.2010
Palmöl - Die Klimabombe

In den Urwäldern dieser Welt entscheidet sich unsere Zukunft:
 
Die globale Urwaldzerstörung verursacht rund 20 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen und beschleunigt so den Klimawandel. Indonesien ist das Land, in dem der Raubbau am schnellsten passiert: Seit 1950 ist Urwald auf einer Fläche von der doppelten Größe Deutschlands verschwunden. Täglich gehen 50 Quadratkilometer Wald verloren - das sind pro Stunde 300 Fußballfelder. Deshalb ist Indonesien inzwischen der drittgrößte CO²-Emittent weltweit.
 
Wo einst kohlenstoffreiche Torfwälder standen, wachsen heute Ölpalmen und Akazien in Plantagen. Profiteure der Zerstörung sind indonesische Palmöl- und Papierkonzerne wie April oder Sinar Mars, aber auch die Verbraucher in den Industrienationen, die palmölhaltige Produkte wie Shampoo, Schokolade, Margarine oder Agro-Diesel kaufen. Verlierer·sind Kleinbauern und Ureinwohner, die vertrieben werden, und vom Aussterben bedrohte Tiere wie das Java-Nashorn, der Sumatra-Tiger oder der Orang-Utan.
 
In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Plantagenfläche für Ölpalmen in Indonesien fast verzehnfacht. Und die verantwortlichen Unternehmen erhalten auch deutsche Kredite. Greenpeace fand heraus, dass die Deutsche Investitions-und Entwicklungsgesellschaft (DEG), eine Tochter der staatseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Kredite über insgesamt 42 Millionen US-Dollar an ein Unternehmen der Sinar-Mas-Gruppe vergeben hat. Die Konzerngruppe gehört zu den größten Palmöl- und Papierproduzenten Asiens. "Die Banken missbrauchen ihren staatlichen Auftrag, kleine und mittelständische Unternehmen in Entwicklungsländern zu finanzieren", kritisiert Greenpeace-Wald-Campaignerin Corinna Hölzel bei einer Protestaktion Ende November vor den Toren der KfW-Zentrale in Frankfurt.
 
Rodungen von mehr als drei Meter dicken Torfböden sind in Indonesien illegal, weil im Boden eine Klimabombe tickt: Im bis zu 16 Meter tiefen Torfboden sind fast zwei Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden. Bei der Zerstörung der Wälder werden diese als klimaschädliches CO² freigesetzt.
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