Eindrucksvolle Demonstration „pro Holz“ vom Förderverein Qualitätsholz
Traunstein-Stephanskirchen.
Mit einem für viele verblüffenden Ergebnis ging am Samstag die Eisblockwette vom Förderverein „Qualitätsholz aus dem Chiemgau & BGL e. V.“, unterstützt durch die Zimmererinnungen Traunstein und Rosenheim, zu Ende. Von dem Eisblock, eingefroren aus genau 1000 Litern Wasser, und 6 Wochen eingeschlossen in ein Holzhaus mit Passivhausstandard, waren trotz extremer Hitzewochen noch 68 % vorhanden.
Am Samstag um 11.00Uhr stand nach harter Arbeit das Ergebnis fest. Dazu wurde vom Holzhaus das Dach abgehoben, die obere Dämmung entfernt, und der in einem Foliensack winddicht verschlossene Eisblock mit dem LKW-Kran von Zimmerer-Obermeister Sepp Lechner herausgehoben. Das im Foliensack verbliebene Schmelzwasser wurde ausgeschöpft. Es waren nur 320 Liter. Somit konnte festgestellt werden, dass nach wie vor noch 680 Liter als Eis existierten. Über 500 Besucher des Zehentnerhofes in der Hofau, gegenüber der Landesgartenschau am Innufer in Rosenheim, gaben ihren Tipp ab, wie viel vom Eisblock noch vorhanden sein könnte, oder ob nur noch Gießwasser für Geranien vorzufinden sei. Die Wetten reichten von 0 % bis 99 %.
Nur eine Teilnehmerin, die 8-jährige Viktoria Horres aus Kolbermoor, hatte genau 68 % getippt. Sie hatte gemeinsam mit ihrer Mama den Teilnahmeschein ausgefüllt. Die ganze Familie freute sich sichtlich über den Hauptpreis, eine Hausbank, hergestellt in Behindertenwerkstätten des Landkreises Traunstein. Auch die Gewinner der weiteren Preise konnten zum Teil zur Preisverleihung kommen. Sie mussten teilweise ausgelost werden, weil sie dem Ergebnis alle gleich nahe waren. Je ein Verzehrgutschein im Wert von 25 Euro ging an Arni-Stefan Kirchner aus Schlossberg und an Alfred Bauer aus Rosenheim.
Das Holzhaus haben Zimmererlehrlinge im Rahmen ihres Unterrichts an der Berufsschule Traunstein gebaut. Erst kürzlich wurde noch ein neues Satteldach unter dem Fachlehrer Alexander Sedlmeier dafür konstruiert.
Leider war das Holzbaufest des Fördervereins, in dessen Rahmen der Eisblock vermessen wurde, total verregnet. So konnten auch nur wenige Besucher einem Geschichtenerzähler zuhören, der zudem viele besondere Musikinstrumente wie z. B. eine singende Säge klingen ließ. Mit vielen weiteren Aktionen wie z. B. ein Holztriathlon und ein Kinderspielplatz wurde kurzweilige Unterhaltung rund ums Thema Holz geboten. In einer lebenden Zimmererwerkstatt wurde gezeigt, wie verwitterteTeile eines alten Bundwerkstadels mit traditionellen Techniken erneuert werden. In einem interessanten Vortrag zeigte Zimmermeister Vinzenz Bachmann aus Schleching an zahlreichen Beispielen die Lebensdauer eines Holzhauses auf, und wie man diese durch fachgerechte Konstruktion beherrschen und verlängern kann.
Besuchern wurde außerdem die Grundidee des Vereins erläutert, nämlich Verbraucher bei Kaufentscheidungen zu überzeugen, ausdrücklich Holz aus der Region zu verlangen, um heimische Arbeitsplätze zu erhalten und über Holz der kurzen Wege auch mit zum Klimaschutz beizutragen. In heimischen Wäldern werde nachhaltig gewirtschaftet und es gebe Holz in hervorragender Qualität und in vielen schönen Holzarten. Dazu biete das Holz des Fördervereins noch zusätzliche Qualitäten, die von Mitgliedsbetrieben des Vereins durch eine Begleiturkunde dokumentiert würden, so Vorstand und Zimmermeister Peter Spannring.
Verfasser: Hans Schupfner, stellv. Vorstand